10.04.17

Wirsing-Lasagne mit Polenta-Teigblättern

Ich hatte einen wunderschönen Wirsing erstanden und wollte ihn zu etwas Speziellem verarbeiten. Eine Idee hatte ich schon länger im Kopf, ob sie mir gelingen würde, war noch nicht sicher.

Vor vielen Jahren erging es mir ähnlich. Als es bei uns noch keine Reisnudel, noch Reismehl, zu kaufen gab, hatte ich auch so eine fixe Idee, sie selbst herstellen zu wollen. Beim ersten Versuch, Reis mit meiner Getreidemühle zu mahlen, blockierte ich sie fast. Zum Glück war sie nach einer intensiven Reinigung wieder brauchbar.


Dann war ich trotzdem mit einer anderen Reissorte im Stande Reismehl herzustellen und experimentierte bis tief in die Nacht, konnte sogar Bandnudeln im Rohzustand produzieren, wie sie jedoch ins kochende Wasser kamen, zerfielen sie zu Brei.

Diesmal wollte ich den Versuch wagen Polenta-Lasagnenudeln zu fabrizieren und ich konnte sie sogar verwenden.


WIRSING-LASAGNE MIT POLENTA-TEIGBLÄTTERN

Zutaten für 6 Personen:

1 Wirsing, mittelgroß
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
400 ml Wasser
Salz 
Pfeffer aus der Mühle
1/2 TL Kümmel
Olivenöl

30 g Butter
20 g Mehl

Für die Polentanudeln:
125 g Polentamehl (ich:di Storo)
50 g Weizenmehl
1 Ei
1 Eigelb
1 Prise Salz
etwas Wasser

150 g würziger Almkäse (ich: Pusterer)
Butter zum Einfetten

  1. Als Erstes knete ich den Nudelteig zusammen, lege ihn in eine Nylontüte und lasse ihn ruhen.
  2. Dann entferne ich die großen grünen Blätter vom Wirsing, wasche sie, da sie voll Erde sind und schneide sie in feine Streifen. Den restlichen Wirsing hoble ich.
  3. Zwiebel und Knoblauch schäle ich und hacke sie fein.
  4. In einem Topf erhitze ich wenig Olivenöl und lasse Zwiebel und Knoblauch darin glasig werden, dann füge ich den Wirsing hinzu, gieße mit dem Wasser auf, würze mit Salz, Pfeffer und Kümmel, decke zu und lasse den Wirsing solange köcheln bis er weich ist.
  5. In einem zweiten Topf lasse ich die Butter aufschäumen, mische das Mehl darunter und lasse es ein wenig rösten, dann schütte ich den Wirsing dazu und rühre mit dem Kochlöffel solange bis alles kocht und das Wasser gebunden ist.
  6. Ich heize den Backofen auf 200° C Heißluft vor.
  7. Ich entrinde den Käse, fette eine feuerfeste Form mit wenig Butter ein und stelle reichlich Wasser zum Kochen auf den Herd.
  8. Sobald es kocht, beginne ich mit den Nudeln. Ich nehme immer wieder ein Stück Teig, walze es mit dem Nudelhoz ziemlich flach und dann lasse ich es durch die weiteste Einstellung der Nudelmaschine, was bei mir die Nummer 1 ist. Ich lasse den Teig noch durch die zweite Einstellung der Walze, schneide das Nudelblatt in Stücke von etwa 15 cm und lasse sie sofort ins kochende Wasser gleiten.
  9. Nach ca. 3 Minuten schöpfe ich die Blätter mit der Schaumkelle heraus und verteile sie sofort in der Form.
  10. Auf die Nudelblätter kommt ein Drittel der Wirsingmasse, darauf reibe ich ein drittel des Käses. So fahre ich fort bis alle Zutaten verbraucht sind. Die oberste Schicht ist geriebener Käse.
  11. Dann kommt die Lasagne für 30 Minuten in den Ofen. Danach ist sie goldgelb gebacken und sollte noch etwas abkühlen können.
 Ein richtig feines Essen! Die Mühe hatte sich gelohnt.

Kommentare:

  1. Mehl selber zu machen ist immer ein Experiment! Die Polentateigplatten scheinen gut gelungen. Und zu Wirsing stelle ich mir den maisigen Geschmack sehr gut vor. Schöne Kombination.

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    1. Ja, es ist so rustikal und das mögen wir gerne.

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