Donnerstag, 23. Oktober 2014

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Gefüllte Spitzpaprika

Ich nicht! Man hört allerhand Schauergeschichten über den Fleischwolf. Nichtsdestotrotz habe ich schon sehr lange einen solchen. Früher das altbewährte Modell, seit ich die KitchenAid besitze, den dazugehörigen.

Es ist wie mit dem Schnellkochtopf. Da ist einmal jemandem ein Missgeschick passiert, meistens waren die Beteiligten nicht ganz unschuldig, da sie den Topf mit Gewalt öffneten, und dann hört man solche Horrorgeschichten jahrzehntelang. Seit 30 Jahren lassen sich gute Schnellkochtöpfe nicht unter Druck öffnen.

Der Hals dieses Fleischwolfes ist viel zu lang um mit den Händen, nicht einmal mit einem Finger in die Spirale, welche für den Weitertransport der Speisen verantwortlich ist, zu geraten.

Wir kaufen sehr gerne Bio-Fleisch vom Bauern. Ein Fleischwolf ist da ein muss. Auch wenn ich beim Metzger Fleisch kaufe, zum Beispiel um Würste herzustellen, dann faschiere ich mir das Fleisch immer selbst.

Ich entscheide, wie viel Fett in die Wurst kommt und mische die verschiedenen Fleischsorten schon während des Faschierens. Am Besten lässt sich Fleisch verarbeiten, wenn es in nicht zu große Würfel geschnitten und ein bisschen angefroren ist.

Noch ein Vorteil: ich kann jedes kleinste Stück Fleisch faschieren, sogar Hühnerfleisch.

Ich habe im Frühjahr zu spät Spitzpaprika gesät. Die Pflanzen sind zwar prächtig gewachsen, aber bis die Früchte daran hingen, war es schon fast zu kühl, der Tag zu kurz, damit sie noch reifen hätten können.

Jetzt habe ich schöne, allerdings grüne Spitzpaprika an den Stauden hängen. Ein grüner Paprika, wir sagen ja Peperoni dazu, ist immer ein unreifer Paprika.

Ich verkoche aber alles was aus dem Garten kommt. Ein Stückchen Hühnerfleisch war noch übrig und wir waren nur zu zweit. Da passte die Menge perfekt und ich probierte etwas Neues aus. 

Spitzpaprika, gefüllt mit Hühnerfleisch

Zutaten für 2 Personen:
  • 5 Spitzpaprika
  • 100 g Hühnerbrust, von Knorpeln befreit
  • 1 kleine Karotte
  • 1 Chili, hier gelb (Lemon Drop)
  • 1 EL Brotbrösel
  • 1 kleines Ei
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Als erstes heize ich den Backofen auf 200°C Heißluft vor.
  2. Ich schneide von den gewaschenen Paprika nur den Stielansatz weg und höhle ihn mit einem spitzen, langen Messer aus.
  3. Ich putze die Karotte, den Chili wasche ich und schneide auch hier nur den Stielansatz weg.
  4. Das Hühnerfleisch schneide ich in Würfel.
  5. Ich faschiere das Fleisch, die in Stücke geschnittene Karotte und den Chili und damit auch alles aus dem Fleischwolf herauskommt, lasse ich noch etwas altes Brot durchlaufen. Später, wenn ich ihn putze, sehe ich, dass wirklich nur mehr Brot in der Spirale hängt.
  6. Ich gebe die restlichen Zutaten in die Schüssel zum Fleisch, würze mit Salz und Pfeffer, verknete alles und fülle die Spitzpaprika mit der relativ feuchten Masse.
  7. Die gefüllten Paprika lege ich in eine feuerfeste Form, schütte ca. 1/2 l Wasser dazu, würze mit der selbstgemachten Gemüsepaste und schiebe die Form für 20 Minuten in den Backofen.
Dazu gibt es Cous-Cous, so wie ich ihn immer mache. Cous-Cous und Gemüsebrühe waren die perfekten Begleiter zu den Paprika.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Südtiroler Variante der Apfelmousse-Torte

Endlich komme ich dazu, diese wunderbare Torte ins Netz zu stellen. Nachdem ich so nette "feedbacks" von der letzthin geposteten Torte bekommen habe, bin ich gespannt was ihr zu dieser sagt!

Bei Stefanie gesehen, hat sie es mir sofort angetan. Allerdings gab es einen Fehler in der Zutatenliste. Bei der Zimtcreme hatte Stefanie die Eigelbe vergessen. Jetzt ist der Fehler behoben :)

Nachdem ich die "alte" Zutatenliste überflogen hatte, gefiel mir gerade, dass anscheinend nur Eiweiße für die Fülle gefragt wären, da gerade zwei im Kühlschrank dahindümpelten. 

Der Fehler war, dass ich die Arbeitsanleitung nicht durchlas, was mir schon öfters passiert, denn da kamen dann die Eigelbe vor.

Im Nachhinein muss ich sagen, hat alles gepasst. So habe ich wieder einmal einen Kuchen für den ständigen Eiweiß-Überschuss.

Mein Kuchen sieht zwar ähnlich aus, wie der von Stefanie, ist aber doch ziemlich anders. Schon allein die Mengen waren mir bei der Originalen zu gewaltig.

Schon beim Boden hat es angefangen. Chiffon ist nicht so mein Ding, er ist mir für solche Sahnetorten zu schwer.

Südtiroler Apfelmouss-Torte    

Zutaten für eine Springform von 24 cm

Für den Biskuit:
  • 2 Eiweiße
  • 2 EL kaltes Wasser
  • 100 g Zucker
  • Vanille-Extrakt
  • 2 Eigelbe
  • 1 Schuss neutrales Öl
  • 50 g Mehl
  • 30 g Speisestärke
  • 1/2 TL Backpulver
Für die Zimtcreme:
  • 50 g Milch
  • 1/2 ML Zimt
  • 3/4 Blatt Gelatine
  • 100 g weiße Schokolade
  • 150 g Sahne, geschlagen
Für die Apfeleinlage:
Für das Apfelmousse:
  • 300 g Apfelmus (selbstgemacht mit wenig Zucker und fein püriert)
  • 2 Blatt Gelatine
  • 2 Eiweiße
  • 50 g Zucker
  • 260 g Sahne, geschlagen
Für den Apfel-Belag:
  • 1 rotschaliger Apfel
  • 100 g Apfelsaft
  • 0,5 g Agar
  1. Für den Biskuit heize ich den Backofen auf 180°C Ober und Unterhitze vor und fette die Backform ein.
  2. Ich schlage die Eiweiße mit dem Wasser steif, gebe den Zucker und wenig Vanille-Extrakt dazu und schlage die Masse bis sie glänzt. 
  3. Ich schütte das Öl und die Eigelbe dazu und rühre alles vorsichtig ein.
  4. Das Mehl, die Speisestärke und das Backpulver mische ich und siebe es über die Schaummasse.
  5. Mit einem gelochten Kochlöffel hebe ich die Mehlmischung sachte unter, fülle die Masse in die Form und schiebe sie auf der untersten Ebene des Backofens.
  6. Ich backe den Biskuit ca. 30 Minuten, danach lasse ich ihn völlig auskühlen.
  7. Für die Apfeleinlage schäle ich die Äpfel, entkerne sie und schneide sie in dünne Spalten.
  8. In einer Stahlpfanne erhitze ich den Butterschmalz, lege die Apfelspalten ein und lasse sie bei moderater Hitze weich werden. Falls notwendig kann man die Spalten umdrehen, danach unbedingt erkalten lassen.
  9. Für die Zimtcreme weiche ich die Gelatine in kaltem Wasser ein. 
  10. Ich erhitze die Milch, breche die Schokolade in Stücke, nehme den Topf von der Hitzequelle, schmelze die Schokolade unter ständigem Rühren in der Milch und würze mit Zimt 
  11. Dann schmelze ich die ausgedrückte Gelatine in der warmen Schokoladenmilch und lasse diese auf Zimmertemperatur auskühlen. 
  12. Danach hebe ich die Sahne vorsichtig unter, streiche die Creme auf den in einem Tortenring wartenden Biskuitboden und stelle diesen zugedeckt in den Kühlschrank, damit die Zimtcreme fest werden kann. 
  13. Für das Apfelmousse weiche ich die dafür vorgesehene Gelatine ein.
  14. Ich schlage die Eiweiße mit dem Zucker steif, falls das Apfelmus kalt ist, erhitze ich dieses und rühre die Eiweiße unter. Sobald es nur mehr warm ist rühre ich die ausgedrückte Gelatine unter und lasse auch diese Masse bis auf Zimmertemperatur abkühlen.
  15. Jetzt kann ich die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben.
  16. Dann nehme ich die Torte aus dem Kühlschrank, lege die gekochten Apfelspalten auf die Zimtsahne und streiche das Apfelmousse so glatt wie möglich ein. Nun wandert die Torte wieder in den Kühlschrank, damit das Mousse fest wird.
  17. Für den Apfel-Belag teile ich den rotschaligen Apfel, entkerne ihn und hoble ihn in sehr feine Ringe.
  18. In derselben Pfanne in der ich die Apfelspalten gekocht habe, erhitze ich den Apfelsaft, lege die Apfelringe ein und lasse diese weich werden, muss aber aufpassen, dass sie nicht zu weich werden.
  19. Ich gebe die Apfelringe aus der Pfanne auf einen flachen Teller. Auch diese müssen für die Wiederverwendung kalt sein.
  20. Den Saft schütte ich in einen Messbecher und fülle ihn nach Bedarf wieder auf 100 g auf.
  21. Den Agar rühre ich ein, schütte den Saft wieder in die Pfanne und lasse ihn 2 Minuten aufkochen. Danach lasse ich ihn auf 50°C abkühlen.
  22. Jetzt kommt die letzte Schicht für die Torte: ich lege die Apfelscheiben fächerförmig auf das Apfelmousse und verteile mit einem Esslöffel den Apfelsaft darüber.
  23. So, jetzt kommt die Torte wieder in den Kühlschrank und wartet nur mehr auf den Verzehr! Natürlich muss ich vorher den Tortenring abnehmen :) 


















Die Mühe hat sich gelohnt. Mit jedem Stück schmeckt uns die Torte besser.
Nachtrag: Die Torte wird mit einem Sägemesser geschnitten, z.B. mit dem Brotmesser, weil die Apfelschale trotz des Kochens zu hart ist und sich nicht so leicht schneiden lässt.

Freitag, 26. September 2014

Die Rohnen-Spatzlen haben gut geschmeckt, Dolomitenwanderung und Fusilli


























Das was ihr hier an Farbe seht, ist alles Eigenbau. Die Tomaten sind sogar selbst gezogen, die "Samenbank" fürs nächste Jahr schon angelegt.

Ich muss euch leider enttäuschen. Das Rezept für dieses Gericht bekommen all jene die beim zusätzlich eingeschobenen Kochkurs

Klassische Beilagen mit neuem Pep        Dienstag, 21. Oktober

teilnehmen. Wie man sieht, kann diese Beilage zum Beispiel auch alleine als vollwertiges Essen genossen werden.

Ich möchte euch heute unsere letzte Dolomiten-Wanderung vorstellen: Von der Zanseralm im Villnösstal auf die Schlüterhütte, von dort auf den Peitlerkofel und überm das Kreuzjoch wieder auf die Zanseralm zurück.

An Wiesen voller Herbstzeitlosen vorbei,
auf knorrigen Wegen, voller abgenagter Tannenzapfen,
die Geisler nebelverhangen,

hoch zur wunderschönen Schlüterhütte, wo wir übernachteten.

Am nächsten Morgen in dieser Höhe Traumwetter bis zu Mittag. Endlich sahen wir die berühmten Geisler, wahrscheinlich die ersten Berge die Reinhold Messner hinaufgeklettert ist.

Der "fließende" Nebel lag tiefer.
Ein Murmeltier warf sich uns förmlich vor die Kamera.
Stolze Bezwinger des Peitlerkofels. Wer hat die rötesten Backen?























Fusilli gab es dann abends, zu Hause.
























Fusilli für müde Wanderer

Zutaten für 4 Personen:

  • 440 g Fusilli
  • ein Stück von einer dicken Scheibe Landschinken (habs vergessen zu wiegen:)
  • eine handvoll gelber Tomaten
  • 1 orangenfarbener Chili
  • 1/2 Packung Erbsen aus dem Tiefkühler
  • Salz
  • Olivenöl
  1. Ich stelle einen großen Topf mit Wasser über.
  2. Den Schinken schneide ich in kleine Würfel, den entkernten Chili in Streifen und röste beides in wenig Olivenöl in einer weiten Pfanne an.
  3. Die gefrorenen Erbsen schütte ich direkt in die Pfanne und rühre ab und zu um, bis ich den Tomatensugo zubereitet habe.
  4. Die Tomaten sind ziemlich weich, deshalb kann ich sie nicht mit dem Tomatenschäler enthäuten. Ich schneide die Stielansätze heraus und schneide sie an der gegenüberliegenden Seite kreuzweise ein. Sobald das Nudelwasser kocht, gebe ich sie für kurze Zeit hinein, bis ich sehe, dass sich die Haut löst und fische sie dann mit der Schaumkelle wieder heraus. 
  5. Dann salze ich das Wasser, schütte die Nudeln hinein und koche sie nach Packungsanleitung. Ich stelle mir immer die Eieruhr, sonst wären die meisten Nudeln zum Verkochen verdammt!
  6. Den Tomaten ziehe ich die Haut ab und hacke sie blitzschnell mit dem Finecut zu Tomatenmus, rühre diesen in den "sofritto", ins "Angebratene", wie der Italiener zu sagen pflegt.
  7. Die gekochten Nudeln werden nach dem Abseihen nur leicht abgeschüttelt, damit noch ein wenig Nudelwasser dran bleibt und werden sofort mit dem Sugo in der Pfanne gemischt.
Wir haben keinen Parmesankäse dazu gegessen.

Freitag, 19. September 2014

Melanzane-Strudel im Schnellgang























Vorweg ein gelungenes Foto vom Melanzane-Strudel, was wieder einmal ein typisches südtirolerisches Wort ist.

Melanzane, das italienische Wort für Auberginen, sind bei uns einfach Melanzane.

Ich würde mich fast trauen zu behaupten, dass nicht jeder bei uns weiß, wie dieses Gemüse in der Hochsprache genannt wird.

Die Geschichte vom Strudel beginnt schon am Sonntag.

Wir waren aus essen und jemand in der Runde bestellte eine vegetarische Hauptspeise.

Als sie serviert wurde, fiel sie mir sofort auf. Ich habe sie leider nicht probieren können, jedoch ging sie mir nicht mehr aus dem Sinn.

Montag besorgte ich zwei große, wunderschöne, frische Melanzane.

Mittwoch war wieder einmal ein Tag mit vollem Programm.

Morgens früh raus, nachdem der Nachwuchs außer Haus war, schnitt ich die Melanzane in relativ dünne Scheiben und briet sie in viel Olivenöl von beiden Seiten, bis sie gebräunt waren.

Ich wusste, dass ich mittags nicht zu Hause sein würde und erst am späten Nachmittag wieder retour war. Abends fand ein Kochkurs bei uns im Geschäft statt, den ich zum Teil schon vorbereitet hatte.

Ich begleitete meine Schwiegermama zu einem wichtigen Termin nach Bozen und nahm die Gelegenheit wahr, mich mittags mit meiner Tochter, welche momentan ein Praktikum in Bozen absolviert, zu treffen.

Nach dem Essen musste sie wieder zur Arbeit und ich musste auf die Öffnung eines Geschäftes warten.

Deshalb kam mir in den Sinn, die Ausstellung, welche seit kurzem in der Krypta des Siegesdenkmals in Bozen, eröffnet hat, zu besuchen.

Wem die Geschichte Südtirols zwischen 1918 und 1945, und im insbesonderen jene Bozens, interessiert, dem sei diese Ausstellung wärmstens ans Herz gelegt.

Eher spät kam ich dann endlich nach Hause, bereitete den Rest für den Kochkurs her und dann warteten die Melanzanescheiben noch auf mich.

Zum Glück habe ich immer selbstgemachten Pesto im Vorrat.

Den Ziehteig müsste man normalerweise eine Weile kneten und eine Weile rasten lassen. Dafür war keine Zeit.

Trotzdem ist der Strudel sehr gut geworden, sodass er sogar hier vorgestellt wird.

Melanzanestrudel

Zutaten für 4 Personen:

Für den Ziehteig:
  • 170 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • 100 ml warmes Wasser
Für die Fülle:
  • 2 große Melanzane
  • 4 reife Tomaten (frisch aus dem eigenen Garten)
  • Salz
  • Parmesankäse
Außerdem:
  • 50 g zerlassene Butter, zum Bestreichen
  • Pesto
  1. Schon morgens schneide ich die Melanzane in dünne Scheiben und brate sie in viel Olivenöl, bis sie gebräunt sind, dann salze ich sie.
  2. Abends heize ich als allererstes den Backofen auf 180° C Heißluft vor und fette ein Backblech mit Butter ein.
  3. Ich gebe die Zutaten für den Ziehteig in eine Schüssel und knete sie schnell zusammen. Es entsteht ein geschmeidiger, weicher Teig. Diesen wickle ich in Klarsichtfolie und lasse ihn nur solange ruhen, bis ich den Rest für die Fülle vorbereitet habe. 
  4. Ich schneide noch die Tomaten in Scheiben und lasse die Butter in einem kleinen Töpfchen schmelzen.
  5. Dann beginne ich den Zeig zu ziehen und fühle dass er eigentlich zu wenig geruht hat, weil er noch nicht so strapazierfähig.   
  6. Ich bestreiche die Fläche mit Butter und merke erst jetzt, dass ich das Küchentuch unter dem Teig, für das spätere Aufrollen in der Eile des Gefechts vergessen habe, ärgere mich zwar, kann aber nichts mehr ändern. Jetzt heißt es schnell sein, sonst weicht der Teig auf und ich kann das Wickeln vergessen.
  7. Ich lege die Melanzanescheiben abwechselnd mit den Tomatenscheiben an den Rand des Teiges, reibe kräftig Parmesankäse darüber und rolle den Strudel von der Seite der Fülle beginnend, mit Hilfe der Teigkarte und viel Glück zusammen und lege ihn sofort auf das Backblech. Schön ist er nicht!
  8. Den Strudel pinsle ich noch mit Butter ein und schiebe ihn ins Backrohr.
  9. Nach ca. 8 Minuten pinsle ich den Strudel nochmals ein und in 8 Minuten wieder.
  10. In ca. 25 Minuten ist der Strudel gebacken.  
Dazu gab es schon bereits vorhandenen Pesto. Samt der ganzen Eile und dem Malör mit der Wicklerei schmeckte uns der Strudel vortrefflich :)   

Donnerstag, 11. September 2014

Pilzgröstl nach Großmutters Art

Dieses Jahr hatten wir keinen richtigen Sommer, viel zu viel Regen und zu kühl.

Aber ein Gutes hat es immer, wenn viel Feuchtigkeit in die Wälder kommt: es gibt Pilze.

So viele Pilze, wie wir dieses Jahr gefunden haben, gab es selten, auch, weil unsere Kinder mit Anhang, jetzt wahrlich zu unserer "Pilz-Finder-Familie" gehören und wesentlich zu solch einem Erfolg beitragen.

Meine Großmütter habe ich leider beide aus unterschiedlichen Gründen nicht sehr gut gekannt und ich habe weder von der einen, noch der anderen Familien-Rezepte geerbt.

Aber nach jahrelanger Sommerfrische im Ultental, der Heimat meiner Ultner-Oma, und guten Kontakten zu dortigen Verwandten, habe ich das Rezept zu diesem Gröstl ergattert.

Ich kann mir vorstellen, dass meine Vinschger-Oma dasselbe Gröstl gekocht hat.


Pilze gab es im Wald kostenlos und beide Omas hatten eine große Schar von Kindern zu verköstigen, in einer Zeit, wo es noch keinen solchen Überfluss gab, wie heute.

Meine Vinschger-Oma mit Opa, den ich leider nie kennen gelernt habe, mit ihren Kindern. Meine Mutter ist das junge Mädchen ganz links.

Meine Ultner-Oma mit Opa und ihren Kindern. Der Anlass zu diesem Foto war das 40. Hochzeitsjubiläum meiner Großeltern. Mein Vater steht in der 2. Reihe links zwischen zwei meiner Tanten.
Die Vinschger-Oma wird das Gröstl mit dem allseits bekannten Vinschgerle zubereitet haben und die Ultner-Oma mit dem Ultnerpaarl.

Wo liegt der Unterschied? Meines Wissens gibt es keinen. Jede hat sein Brot nach dem Tal benannt, in dem sie wohnte.

Gebacken wurde früher wenige Male im Jahr, direkt auf dem Hof, mit einem gewaltigen Arbeitsaufwand, im eigenen, mit Holz beheizten Ofen.  

Um das Brot haltbar zu machen, hat man es getrocknet und als es steinhart war, mit der "Grommel" zerkleinert.

Dieses Gröstl kann auch mit hartem Brot zubereitet werden, denn es wird "begossen", damit wird das Brot wieder aufgeweicht.

Rezepte in denen das harte Brot verwendet wird, gibt es mehrere, welche wir als Kinder auch zu essen bekamen.

Heute trocknen nur mehr wenige ihr Brot und es gibt sicher auch wenige Haushalte, welche eine "Grommel" besitzen.

Aber das Gröstl schmeckt auch mit frischem Brot ausgezeichnet. Es werden mehrere Geschmacksrichtungen kombiniert, welche mich an meine Heimat und an meine Kindheit erinnern.

Pilzgröstl auf Großmutters Art

Zutaten für 2 Personen:
  • 250 g Paarlbrot
  • 300 g frische Steinpilze
  • 300 g Pfifferlinge
  • Butterschmalz
  • 100 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Petersilie
  1. Wir alle zusammen putzen die Steinpilze und Pfifferlinge, wenn möglich wasche ich sie nicht, ich versuche nur alle Verunreinigungen mit einem starken Pinsel zu beseitigen. Allerdings gelingt mir dies bei den Pfifferlingen nicht. Deshalb wasche ich sie kurz durch.
  2. Die Steinpilze schneide ich in Scheiben, die Pfifferlinge hacke ich grob.
  3. Ich schneide das Brot in mundgerechte Stücke und hacke die gewaschene und getrocknete Petersilie fein.
  4. Ich lasse Butterschmalz in der Stahlpfanne aufschäumen und röste die Brotwürfel solange bis sie braune Stellen bekommen, nehme sie dann heraus. 
  5. In der selben Pfanne röste ich die Steinpilze mit Butterschmalz bei ziemlicher Hitze, damit sie nicht allzu viel Wasser ziehen und nehme auch sie aus der Pfanne.
  6. Die Pfifferlinge müssen ein bisschen Wasser ziehen. Diese koche ich, ebenfalls in wenig Butterschmalz, bis das meiste Wasser verdampft ist.
  7. Dann gebe ich Steinpilze und die Brotwürfel dazu, würze mit Salz und Pfeffer und verfeinere das Ganze mit der Sahne.
  8. Zum Schluss streue ich die gehackte Petersilie darüber.

So einfach und soooo gut!

Mittwoch, 3. September 2014

Schoko-Pfirsichtorte


Es gibt viel zu tun. Der Herbst ist bekanntlich Erntezeit.

Heute Abend halten wir den Kochkurs "Grund-Rezepte" ab und da gibt es Chilisauce.

Dies war der Anlass die ersten Chilis von den eigenen Stauden zu ernten. Wir werden heute den Kurs mit einer kleinen Chili-Kunde beginnen.

Meine Kinder ziehen mich auf mit meinen Chilis.

Sie sagen: "Das sind deine Babys". Irgendwo haben sie auch Recht.

Ich hege und pflege meine Chilistauden seit Januar, seit ich sie gesät habe.

Jetzt ist die Genugtuung groß, wenn man die Ernte betrachtet.

Was hat das mit meiner Torte zu tun? Gar nichts. Obwohl man Schokolade mit Chilis wunderbar kombinieren könnte....Wer weiß, was ich mit meinen Chilis noch alles anstellen werde!!

Nun zur Torte! Auf die Frage, welche Torte oder Kuchen ich zubereiten sollte, bekam ich zwei Antworten: Etwas schokoladiges und etwas fruchtiges!

Also habe ich kombiniert und einen superschokoladigen Boden gebacken und eine Creme mit fruchtiger Note zubereitet.























Schoko-Pfirsichtorte

Zutaten für eine Kuchenform von 26 cm Durchmesser:

Für den Schokoladeboden:
  • 145 g Zartbitterschokolade
  • 115 g Butter
  • 4 1/2 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 115 g Zucker
  • 4 1/2 EL Mandeln, fein gemahlen
Für die Pfirsichcreme:
  • 3 reife, sehr weiche Nektarinen
  • 100 g Zucker
  • 300 ml Sahne, geschlagen
  • 3 Blatt Gelatine
Außerdem:
  • 2 EL Rohrohrzucker
  • 2 EL Mandeln
  1. Für den Schokoladeboden hacke ich die Schokolade grob und lasse sie mit der Butter über Wasserbad schmelzen.
  2. Ich lege die Backform mit Backpapier aus, indem ich am Rand Falten lege und heize den Backofen auf 160° C Ober und Unterhitze vor.
  3. Ich trenne die Eier, schlage die Eigelbe mit dem Zucker zu einer Creme und die Eiweiße mit dem Salz zu steifem Schnee.
  4. Die Schokoladenbutter und die Mandeln mische ich unter die Eigelbcreme. Den Eischnee hebe  ich dann sachte unter.  
  5. Ich backe den Boden auf der 2. Ebene 25 Minuten und lasse ihn in der Form völlig auskühlen.
  6. Ich löse den Boden von dem Backpapier, gebe ihn auf einen Tortenteller und setze den hohen Tortenring aus Edelstahl um den Boden.
  7. Für die Pfirsichcreme schäle ich die Nektarinen, entsteine sie und schneide das Fleisch in grobe Stücke.
  8. Ich püriere das Nektarinenfleisch mit 50 g Zucker und streiche es dann durch ein nicht zu feines Sieb. Es sollen nur die Fasern zurück bleiben, der Rest kommt in die Creme.
  9. Die Gelatine weiche ich in kaltem Wasser ein.
  10. Die Sahne süße ich mit den restlichen 50 g Zucker.
  11. Ich drücke die Gelatine aus, erwärme sie leicht, bis sie zergeht und rühre einen Esslöffel Sahne unter. Diese zergeht sofort, es entsteht eine Creme. Auf diese Weise sollten Gelatineklümpchen in der Creme verhindert werden.
  12. Ich mische unter ständigem Rühren die Gelatinesahne unter die geschlagene Sahne und rühre auch das Nektarinenmus ein.
  13. Diese Creme streiche ich gleichmäßig auf den Schokoboden.
  14. Jetzt muss die Torte 3-4 Stunden in den Kühlschrank, damit die Creme fest wird.
  15. Inzwischen lasse ich den Rohrohrzucker in einer kleinen Pfanne karamellisieren, mische die Mandeln unter und schütte den Karamell auf ein Backpapier. Auch dieses lasse ich völlig auskühlen, danach hacke ich den Mandelkrokant nicht zu fein.
  16. Vor ich den Tortenring vom Kuchen löse streue ich den Krokant auf den Tortenrand.






















Wie man an der Zinke sieht, mußte sich der Fotograf beeilen, denn die Gabel war schon bereit für den Verzehr :)

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