Montag, 18. Mai 2015

Crostini con crema di fave


Wenn man Wikipedia glauben kann, dann hat sie viele Namen. Bei uns ist es die Saubohne oder im Italienischen die "fava". Anscheinend gibt es auch die Bezeichnung Favabohne.

Ich gebe es zu, es steckt ein bisschen Arbeit dahinter, bis man die inneren grünen Kerne so hat, wie man sie braucht.


Beschrieben habe ich hier wie man das anstellt.

Erstaunt war ich, als ich sah, wie viele Rezepte ich von Fave habe. Mit der Zeit verliert man den Überblick! Robert kann ich allerdings nicht das Wasser reichen.

Sie ist zur selben Zeit wie Spargel anzutreffen, deshalb werden die zwei gerne kombiniert. Es geht aber auch ohne Spargel.

Crostini con crema di fave
  • 190 g Fave, ausgehülst, blanchiert und von der inneren Hülse gepellt
  • 80 g bestes Olivenöl
  • 20 g Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer 
  • mehrere Scheiben Brot
  • ein paar Scheiben Käse
  1. Ich gebe alle Zutaten in den Standmixer und lasse ihn solange laufen, bis ich eine hellgrüne feine Creme habe.
  2. Ich schmecke die Creme noch ab und schon ist der Aufstrich fertig.
  3. Ich röste die Brotscheiben unter dem Backofengrill bis sie knusprig sind, lege den Käse auf das heiße Brot, lasse ihn schmelzen und streiche die Creme darauf.
Wer mag, kann auch noch etwas Olivenöl aufs Brot träufeln.

Es geht aber auch mit Spargeln, wie man hier sieht.

Risotto mit Halbvollkornreis, Lauch, Spargeln und crema die fave. Am nächsten Tag war das wunderschöne Grün schon etwas verblasst.

Montag, 11. Mai 2015

Altes mit Neuem aufgepeppt - Frühlingssalat

















So überraschte uns gestern Abend unser Sohnemann zu unserem selbsternannten "Elterntag". Mit seiner Schwester, in Oslo über Skype, mit seiner Oma im unteren Stock als Beraterinnen, kochte er uns ein perfektes Abendessen mit Spargeln mit Boznersauce, Salzkartoffeln und Beinschinken und als Nachspeise Haselnuss-Halbgefrorenes. Und ich dachte er kann nicht kochen!!

So entlasse ich ihn leichteren Herzens im Herbst, wenn es wahrscheinlich nach Wien zum Studium geht.

Ich hingegen habe mich für einen Rohkost-Teller entschieden. Es heißt die Roten Rohnen vom Vorjahr aufzubrauchen.

Es gibt ja schon allerhand Frisches, mit dem man das Alte aufpeppen kann. Deshalb traue ich mich diesen Salat als Frühlingssalat zu bezeichnen.

Frühlingssalat

Zutaten für 2 Personen:
  • 1 rohe Rote Rohne (Rote Bete)
  • 1 kleiner Lauch
  • 1/2 Salatgurke
  • 1/2 Bund Radieschen
  • in Öl eingelegte Carciofiherzen
  • Kresse
  • Kräutersalz
  • Pfeffer
  • Apfelessig
  • Olivenöl
  1. Ich schäle die Rote Rohne und rasple sie mit der Rohkostreibe in zwei Teller.
  2. Den Lauch wasche ich, schäle das Innere heraus und schneide dieses in Ringe. Diese kommen über die Rote Rohne.
  3. Die Gurke schäle ich, hoble sie mit dem Hobel über den Salat in grobe Stifte.
  4. Radieschen werden gewaschen, das Grünzeug schneiden ich weg, und stiftle sie ebenfalls, aber diesmal fein.
  5. Dann verfeinere ich den Salat noch mit frisch "gemähter" Kesse und in Öl eingelegten Carciofiherzen.
  6. Für das Dressing mische ich einen gestrichenen Teelöffel Kräutersalz mit 1 Esslöffel Apfelessig, 2 Esslöffel Olivenöl und wenig Pfeffer. Dieses träufle ich über die zwei Teller.
  

Jetzt wo es warm wird, gehören Salate zu unseren absoluten Favoriten.

Dienstag, 28. April 2015

Kolterer Plent mit Peperonata - So sogn holt mir's























"Plent" ist so ein Wort wie "Schmarren". Man kann einen "Plentn" daherreden, also nichts Gescheites. Plent heißt bei uns aber auch die Polenta.

Dass es Kalterer Polenta gibt, hatte ich nicht gewusst. Eine nette Teilnehmerin meiner Kochkurse überraschte mich mit einer Packung, sehr zur Freude meines Mannes.

Der Kalterersee ist bekannt für seinen Vernatsch. Wer weiß vielleicht irgendwann einmal auch wegen seines Polentamehls.

Bei uns gibt es vom Vinschgau übers Etschtal, bis Bozen fast nur Apfelbäume. Danach kommen die Weinäcker des Überetsch, also Monokulturen, mit allen Vor- und Nachteilen, die sie mit sich bringen.

Ich kann es auf jeden Fall nur begrüßen, wenn sich Bauern dafür entscheiden, andere Wege zu gehen, wie dieser Bauer, der sich in Kaltern ein "Tirgfeld" angelegt hat. Ich hoffe für ihn, dass es sich lohnt, denn dann macht es vielleicht Schule und wir bekommen wieder eine gewisse Vielfalt in unserem Land.

Es ist ein grobes Polentamehl und sehr gut im Geschmack.























Wie ihr bereits wisst, koche ich Polenta immer im Schnellkochtopf, so auch diesen. Dazu gab es Peperonata und Mangold.


    Kalterer Plent mit Peperonata

Zutaten für 4 Personen:

Für die Polenta:
  • 1 Liter Wasser (für einen 3l Topf reicht dies, sollte ein 4,5 l Topf verwendet werden, unbedingt eine Tasse mehr Wasser nehmen, sonst brennt die Polenta an)
  • 250 g Polentamehl
  • Salz
Für die Peperonata:
  • 4 Peperoni, rot
  • 1 kleine Zwiebel
  • 250 g Tomatensugo
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  1. Ich stelle das Wasser im Schnellkochtopf zum Kochen auf und sobald es das tut, salze ich es und streue die Polenta unter ständigem Rühren ein, schließe den Topf sofort und lasse ihn unter Druck gehen.
  2. Sobald das Ventil den zweiten Ring zeigt, schalte ich klein, damit der Druck stabil bleibt und messe ab dem Punkt die Zeit. 10 Minuten muss das Ventil so bleiben. 
  3. Ich putze die Peperoni, schneide sie in kleine Stücke und lasse sie solange in wenig Olivenöl anschwitzen, bis sie zu rösten beginnen.
  4. Ich schäle die Zwiebel, schneide sie in Ringe, gebe sie ebenfalls in die Pfanne und röste sie mit.
  5. Ich rühre den Tomatensugo ein, würze mit Salz und Pfeffer, lege den Deckel auf und lasse die Peperonata solange kochen, bis die Polenta fertig ist.
  6. Inzwischen ist die Polenta gegart. Ich stelle den Schnellkochtopf in das Waschbecken, lasse kaltes Wasser über ca. 1/3 des Deckels laufen. Das Ventil geht sofort herunter.
  7. Ich rühre die Polenta kräftig um und serviere sie mit der Peperonata und dem Grünzeug.

Samstag, 18. April 2015

Südtiroler Brennnessel-Nocken mit Käsesauce


Früher sah man ab und zu Leute, welche am Waldrand, in Wiesen und Weinäcker mit einem Körbchen etwas sammelten. Es waren immer eher ältere Personen. Menschen, welche eine Zeit miterlebt hatten, in der es noch nicht diese übertriebene Fülle an Lebensmittel gab, wie heute.

Man könnte so vieles in der Natur "ernten", ohne großen Aufwand, man müsste sich halt auskennen.

Neulich sah ich an einer "Samenbank" Samen für die Melde, eine Pflanze die überall in der Natur vorkommt. Man nennt sie auch wilden Spinat. Micha verkocht sie häufig. Auch Spitzwegerichpflanzen kann ich in der Gärtnerei kaufen. Einfach verrückt!

Seit längerem habe ich bei Wanderungen zwei Dinge immer in meinem Rucksack: Papiertüten, welche ich vom Gemüse oder Getreidekauf aufbewahre, und Gummihandschuhe. Man weiß ja nie, was einem alles unterkommt. Beachten sollte man, die Wildkräuter frei von Pestiziden zu sammeln.

Als Kinder hassten wir sie. Unsere älteren Brüder hatten den größten Spass, sie uns um die "Wadel" zu schlagen: die Brennnessel.

Heute schätze ich sie sehr. Besonders im Frühjahr, wenn die ersten zarten Brennnesseln wachsen, wird geerntet.

Vor allem für Brennnessel-Tee, aber auch als Gemüse bietet sich diese unscheinbare Pflanze an. 

Wieder Micha beschreibt ihre heilende Wirkung im letzten Beitrag auf ihrer Seite grain de sel sehr gut und hat übrigens auch Brennnesseln verkocht.

Bei mir gibt es die Südtiroler Variante:

Brennnessel-Nocken mit Käsesauce

Zutaten für 4 Personen:
  • 300 g Knödelbrot, bei mir Dinkel-Knödelbrot
  • 80 g zarte Brennnesselblätter, ohne Stiele
  • 1/2 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • ein kleines Stückchen Butter
  • 1 Ei
  • 200-250 ml Milch, je nach Trockenheit des Brotes
  • Salz
  • Pfeffer
Für die Käsesauce:
  • 30 g Butter
  • 30 g Mehl
  • 500 ml Milch
  • 150 g Käse, gerieben, bei mir Pustertaler (ein würziger gut schmelzender Käse),
  •  Salz
  • Pfeffer
  1. Das Knödelbrot kommt in eine große Schüssel, wo es auf seine Bestimmung wartet.
  2. Ich wasche die Brennnesseln sachte in viel Wasser und gebe sie tropfnass in einen Topf, dann koche ich sie zugedeckt, bis sie zusammengefallen sind.
  3. Inzwischen hacke ich die Zwiebel und den geschälten Knoblauch fein und schwitze alles in der Butter wenig an, dann kommt es zum Knödelbrot.
  4. Die Brennnesseln siebe ich ab, lasse sie ein wenig abkühlen, dann drücke ich das meiste überschüssige Wasser aus und hacke sie mit meinem liebsten Küchenhelfer, dem Finecut, hier sieht man ihn.
  5. Die Brennnesseln salze und pfeffere ich und gebe sie zum Knödelbrot. Dazu kommt noch das Ei.
  6. Ich schütte nicht gleich die gesamt Milch zum Brot, sondern bewahre mir ein wenig auf, knete mit den Händen um und fühle gleichzeitig ob der Teig nass genug ist. Außerdem muss man das Ganze mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen, danach fühlt es sich wieder ganz anders an, wenn sich das Brot mit der Milch vollgesaugt hat. Dann kann man immer noch Milch dazugeben, herausnehmen ist unmöglich :)
  7. In der Zwischenzeit bereite ich die Käsesauce zu, welche aus einer einfachen Béchamelsauce besteht, mit geschmolzenem Käse drin. Ich lasse die Butter in einem Topf aufschäumen, streue das Mehl ein, rühre mit einem Schneebesen beides, bis es ein wenig eingebrannt ist, dann schütte ich in einem Schwall die kalte Milch dazu und bleibe solange dabei stehen und rühre solange um, bis die Sauce zu kochen beginnt.
  8. Ich schalte die Hitze auf die kleinste Stufe, salze und pfeffere die Sauce und lasse sie ein wenig köcheln. 
  9. Ich setze den Siebeinsatz über Wasser in meine große Pfanne, forme aus dem Teig Nocken, setze diese auf den Einsatz, lege den Deckel auf und lasse die Nocken ungefähr eine viertel Stunde dämpfen. Es kann auch länger sein, denn beim Dämpfen kann nichts passieren.
  10. Ich schütte den Käse in die Béchamelsauce und rühre solange bis der Käse geschmolzen ist. Beides zusammen servieren!
In Südtirol werden tolle Kräuter-Wanderungen angeboten, welche man auch im Urlaub unbedingt nutzen sollte. 

Dienstag, 31. März 2015

Kräuterfrischkäse, selbst gemacht

Letztes Jahr hatte ich eine Käse-Phase. Ich wollte unbedingt lernen wie man "kast". Sogar Mozzarella habe ich hergestellt. Zum guten Schluss und Ende habe ich mich dann doch gefragt, ob sich das rentiert.

Den einzigen Käse, wenn ich einmal Milch übrig habe, den ich dann doch noch mache ist ein Frischkäse. Er ist sehr schnell zubereitet und mindestens so schnell verzehrt.


Außerdem gibt es jetzt für den Haushalt ein praktische Gerät dafür :)

Als erstes erhitze ich einen Liter Milch auf 92°C. Ich kann, indem ich unterschiedliche Säure wähle, welche ich der heißen Milch zufüge, die Konsistenz des Käses bestimmen. Hier nehme ich 20 g Essig, dann wird der Käse gröber.

Im selben Moment wie ich den Essig in die Milch schütte, gerinnt diese schon. Ich schiebe das Geronnen mit einem großen Löffel zusammen.

Jetzt schüttet man das Ganze in das kleine Sieb, das man vorher entweder ins Waschbecken stellt und die Molke wegschüttet, oder wie ich, auf einen hohen Becher aufgesetzt, um die Molke aufzufangen.

Mit der Molke backe ich Brot. Ich nehme sie anstelle anderer Flüssigkeiten, z.B. Buttermilch.
Oder ich backe das Brot von Petra.


Ich kann den Käse auch jetzt schon salzen.

Ich hänge das Sieb in den Behälter, setze den Deckel auf und stelle den Käse für 1 Stunde in den Kühlschrank. Man kann ihn auch länger abtropfen lassen, dann wird er krümeliger.

Danach wird er gestürzt

Ich schneide ein wenig vom ganz frischen Schnittlauch und Thymian von meiner Fensterbank klein.

Die Kräuter streue ich darüber und salze mit Räuchersalz. Dazu gibt es diesmal Pellkartoffeln.




Donnerstag, 26. März 2015

Meine Chili-Zucht

Seit vorigem Jahr züchte ich mir meine Chilistauden selbst, besser gesagt habe ich schon 2013 damit begonnen die Samen der Chilis zu sammeln.

Um kein Dureinander zu riskieren, stellten wir dann voriges Jahr mithilfe unseres Freundes und Chilikenners eine Liste zusammen, von welchen von uns geernteten Chilis wir eine Samenbank anlegen möchten.

Dieses Dokument wurde nicht im Hinblick auf meinen Blog gestaltet, deshalb habt Nachsicht. Den letzten Sigaretta hatte ich schon angesägt, in dem Moment ist mir spontan die Idee zu einem Fotoshooting gekommen.


Wenn ich mir nur die Namen notieren würde, hätte ich Bedenken, ob ich mir den dazupassenden Chili merken könnte.

Also sähte ich schon im Februar in einer Anzuchtschale meine Chilisamen. Für das Gedeihen der Pflanzen benötigen sie genügend Licht und Wärme und natürlich regelmäßig Wasser. Deshalb steht die Anzuchtschale bei uns in dieser Zeit in unserem Wohnzimmer. Dort ist es warm und hell.























Zaghaft streckten bald die ersten Pflänzchen ihre Stiele gegen das Licht.

Schon nach wenigen Tagen sieht die Anzuchtschale dann so aus:

Beschriftung ist notwendig, sonst weiß ich zum Schluss nichts mehr. Schildchen schneide ich mir aus sauberen Sahnebechern.

Schon bald wird das junge Gemüse vereinzelt, bleiben aber eine Zeitlang immer noch im Wohnzimmer stehen.























Sobald die zweiten Blätter gewachsen sind und es tagsüber wärmer wird, stelle ich die Pflänzchen in Kisten gepackt (damit ich mehrere zugleich transportieren kann) auf den Balkon, das erst Mal bei bedecktem Himmel.

Letztes Jahr wartete ich zulange. Die Sonne war schon zu stark. Die zarten ersten Blätter verbrannten und es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Pflänzchen wieder erholt hatten.

Heute sehen die Chilipflanzen so aus:

Sie haben auch schon Nachbarn bekommen, denn gleich nach den Chilis säte ich die Tomaten.


Jetzt muss nur noch alles schön wachsen, dann kann ich sie ins Beet entlassen :)

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